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In Zeit baden - über die Schönheit des Moments in Geh-Zeiten reflektierten Wahnsinns

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Premiere 2.Juli 2022 

Text & Regie | Alexandra Wilke
Ausstattung | Sandra Hammermüller

Theaterpädagogik | Lisa Jäger

Landschaftstheater mit dem Sandsteinspiele e.V.

 

Was ist das nur für eine Zeit....

Klimawandel, Corona nun auch noch Krieg in Europa - man stürzt von einer Katastrophe in die nächste und zusätzlich wird man in jeder freien Minute mit News betäubt.

Und in all diesem Trubel verlieren wir schon wieder etwas, das uns zu Anfang der Pandemie in unverhoffter Art und Weise auf einmal in Hülle und Fülle vorhanden schien und der ein oder andere dies sogar als Chance für einen Wandel erkannte ... Die Zeit

Aber scheinbar gibt es noch einen kleinen Ort inmitten der Sächsischen Schweiz, wo so viel davon vorhanden ist, dass man darin baden kann....

 

Der SandsteinSpiele e.V. und die Regisseurin Alexandra Wilke präsentieren in ihrer diesjährigen Inszenierung:

 

In Zeit baden - über die Schönheit des Moments in Gehzeiten reflektierten Wahnsinns

(ein faustsches Forscherpah-no-drama)

Und darum geht es:

Tenner ist Zeitforscher. Sein wichtigster Rohstoff ist Zeit.

Aktuell geht er der dringenden Frage nach, wie es wohl möglich wäre, einen schönen Moment fassen zu können ohne ihn zu verschrecken und wie ihn teilen, ohne ihm dabei weh zu tun.

Schöne Momente sind nämlich, dass ist ja bekannt, sehr sensibel und scheu wie Rehe.

In seinem Forschungsdrang paktiert er mit dem irgendwie immer etwas geschmacklos gekleideten Zeitgeist.

So überredet er eine kleine Gesellschaft von Mitläufern, ihm ihre Zeit zu spenden, mit der er nämlich den Zeitgeist zu nähren versprochen hat, damit dieser ihn zu den Geheimnissen eines schönen Moments führt.

Eine verrückte Odyssee durch verschiedene Zeitzonen, in denen viele, viele, auch schreckliche und laute aber auch traurige und verschwurbelte Momente wohnen, die sich dann auch noch alle in einem paradiesischen Ferienlager für Momente wiedertreffen. Hier erlebt Tenner wohl seinen abenteuerlichsten so wie versprachspieltesten Tag ever.

Zum Glück ist er nie allein und findet durch den Halt der ihm Zeit spendenden Gruppe immer wieder zurück zum gar nicht mal so unschönen Hier und Jetzt.

 

Klingt verrückt und wird es auch ...

Eine sächsische und vor allem kurzweilige Uhraufführung mit vielen Liedern und schönen Menschen

Regie führt Alexandra Wilke

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Sommer im

Neubau-gib-Beat Baby

Ein theatraler Spaziergang durch ein Neubaugebiet in Brandenburg an der Havel gefördert durch die WBG Brandenburg von und mit Alexandra Wilke und Michelle Schmidt.

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Premiere 09.September 2022

Derniere 10.September 2022

Schauspiel & Regie | Alexandra Wilke und Michelle Schmidt

Dramaturgie & künstlerische Beratung | Detlef Franke

Fotoausstellung | N.N.

In Kooperation mit der Jukofa Brandenburg

"Sommer im Neubaugebiet, ich sitze auf meinem Balkon. Das Radio spielt Musik und kalt und grau steht der Beton". ( Olaf Schubert/Dekadenz) Frau Schmidt und Frau Wilke erzählen Geschichten von sich und anderen Menschen die im Sozialistischen Neubaugebiet aufgewachsen sind und wie sie später die Wendejahre dort erlebten.

Strahlender Untergang

Frei nach Christoph Ransmayr

Ein Entwässerungsprojekt oder die Entdeckung des Wesentlichen

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Eine theatrale Performance mit Praxenknecht

Premiere 29.Mai 2022 19.30 Uhr Jubiläumsausstellung Kunsthalle West in Lana

 

Rauminstallation & Regie | Alexandra Wilke

Schauspiel | Markus Westphal

Soundingenieur | Manuel Oberka

Videoartist | Martin Demetz

 

Was tun um den Planeten zu retten?

Suizidkunst in der Wüste machen!

"Alte Empfehlung der Beduinen:

Wer die Wüste durchquert, nähe Dattelkerne in den Saum seiner Gewänder ein.

Denn wenn der Reisende in die Irre geht und schließlich, abgeschnitten von Wasservorräten und dem Beistand einer Karawane, unter der Glut der Sonne hinfällt und sich nicht wieder erhebt, wird sein verwesender Leichnam der Keimung eines Dattelkerns nützlich sein und aus dem Dung wird sich allmählich eine Palme aufrichten.

 

Der Herr der Welt aber kennt solche Nähvorschriften nicht und nichts steckt in seiner Arbeit, in seinen Gewändern, seinen Automaten und dem Torf seiner Vorgärten, das über ihn hinausweist.

Er kennt wohl den Verbrauch, den Umsatz und den Verschleiß, aber was verloren geht, wird ständig ersetzt.

Er will, obwohl er Verwüstung betreibt, sich in die Zukunft verlängern! Und das ist ein Widerspruch.

 

DIe neue Wissenschaft erst löst diesen Widerspruch, indem sie dem Herrn der Welt die Bedingungen seiner eigenen Auflösung schafft.

Was liegt näher, als eine Existenz, die ihren Anfang unter der Sonne nahm, auch unter der Sonne wieder verschwinden zu lassen?

Was liegt näher, als ein wässriges Wesen, das sich den Blick auf das Wesentliche mit Gerümpel verstellt, unter Entzug aller Ablenkung zu entwässern, damit es wenigstens im raschen Verlauf seines Untergangs zum erstenmal Ich sagen kann? 

Ich, und dann nichts mehr."

aus "Strahlender Untergang" 
Ransmayr 1982

Recherche

Mann verschwindet

gefördert durch die Sächsische Aufbaubank-Förderhilfen

Protagonist | Detlef Westphal

Text | Johanna Kaptein

Soundkunst | Jari van Gohl

Audiovisuelles | Andreas Lichtwald

Fotografie und Dramaturgie | Detlef Franke

Modellbau | Hanna Ewerszumrode

Schauspiel | Markus Westphal | Melanie Schmidli

Regie und Konzeption | Alexandra Wilke

Mann verschwindet

Noch nicht heimgegangen; in ein Heim gegangen. Mit amtlichem Brief und Siegel aus der eigenen Behausung (end-)gültig geworfen. Ein Mann im „vierten Alter“ 1 mit Handicap (Parkinson). Verbeamteter Ordnungshüter ohne Familienbande und einem Faible für das Wetten auf den Ausgang von Pferderennen findet zufällig die hier Recherchierende.

Ebendiese, der das Alter fern schien, verharrte davor mainstreamig im Assoziationsraum „Jung“.

Jetzt, unmittelbar konfrontiert mit Fragen, was es für Konsequenzen zeitigt in einer Gesellschaft zu altern, die ausschließlich „junge“ Attribute (Flexibilität, Mobilität etc.) einzufordern scheint, macht sich Ratlosigkeit breit.

Wo sind die Rollenideen für diese Generation der „Alten“? Woher meine Angst vorm älter werden?

Was passiert mir und einer Gesellschaft, wo das, was für Jüngere gilt auch für die „Alten“ zur Norm geworden scheint? Wollen und machen dann „alle“ ihr Leben lang dasselbe? Was blüht mir, dem Pferdenarr und einer Gesellschaft, die das „Schicksal“ derer, die aus dieser „Norm“ fallen weitgehend ignoriert? Verleugnen wir uns selbst, wenn uns das nicht kümmert?

Mehr als genug Gründe dem Debattenraum „alternde Gesellschaft“ eine theatrale Komponente hinzuzufügen. Diese basiert auf eine, sich wechselseitig aufeinander beziehende, zweigleisige RECHERCHE: ein kleines Team (Recherchierende/Regisseurin, Autorin, Dramarturg, Sounddesigner, Filmer) begleitet den 80-jährigen Protagonisten beim Heim-Gang und der sukzessiven Auflösung seiner „dinglichen“ Beziehungswelt und stellt sich zweitens dabei eigenen Fragen, Vorstellungen und Ängsten, die sich aus diesem „Erleben“ schleichender Auslöschung geradezu aufdrängen.

Diese Recherche, als Basis für eine Stückentwicklung, die sich in dramatischer Form den kulturellen Herausforderungen der alternden Gesellschaft stellt, spielt mit diversen Ideen für die Zukunft des Alterns, insbesondere solchen, die ein Dabeisein wollen auslösen.