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Recherche

"Mann verschwindet"

 

Noch nicht heimgegangen; in ein Heim gegangen. Mit amtlichem Brief und Siegel aus der eigenen Behausung (end-)gültig geworfen. Ein Mann im „vierten Alter“ 1 mit Handicap (Parkinson). Verbeamteter Ordnungshüter ohne Familienbande und einem Faible für das Wetten auf den Ausgang von Pferderennen findet zufällig die hier Recherchierende.

Ebendiese, der das Alter fern schien, verharrte davor mainstreamig im Assoziationsraum „Jung“.

Jetzt, unmittelbar konfrontiert mit Fragen, was es für Konsequenzen zeitigt in einer Gesellschaft zu altern, die ausschließlich „junge“ Attribute (Flexibilität, Mobilität etc.) einzufordern scheint, macht sich Ratlosigkeit breit.

Wo sind die Rollenideen für diese Generation der „Alten“? Woher meine Angst vorm älter werden?

Was passiert mir und einer Gesellschaft, wo das, was für Jüngere gilt auch für die „Alten“ zur Norm geworden scheint? Wollen und machen dann „alle“ ihr Leben lang dasselbe? Was blüht mir, dem Pferdenarr und einer Gesellschaft, die das „Schicksal“ derer, die aus dieser „Norm“ fallen weitgehend ignoriert? Verleugnen wir uns selbst, wenn uns das nicht kümmert?

Mehr als genug Gründe dem Debattenraum „alternde Gesellschaft“ eine theatrale Komponente hinzuzufügen. Diese basiert auf eine, sich wechselseitig aufeinander beziehende, zweigleisige RECHERCHE: ein kleines Team (Recherchierende/Regisseurin, Autorin, Dramarturg, Sounddesigner, Filmer) begleitet den 80-jährigen Protagonisten beim Heim-Gang und der sukzessiven Auflösung seiner „dinglichen“ Beziehungswelt und stellt sich zweitens dabei eigenen Fragen, Vorstellungen und Ängsten, die sich aus diesem „Erleben“ schleichender Auslöschung geradezu aufdrängen.

Diese Recherche, als Basis für eine Stückentwicklung, die sich in dramatischer Form den kulturellen Herausforderungen der alternden Gesellschaft stellt, spielt mit diversen Ideen für die Zukunft des Alterns, insbesondere solchen, die ein Dabeisein wollen auslösen.

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PRAXENKNECHT

Der Kontrabass

von Patrick Süskind

29.Januar 2022

Kreis für Kunst und Kultur St. Ulrich EO - 20 Uhr

Premiere 03.08.2021

weitere Spieltermine:

3.4.6.7.8.9. August 2021

Pavillon Prissian - 21:00 Uhr

11. August 2021

Klotznerhof Verdins - 21:00 Uhr

12. August 2021

Ost West Country Club Meran - 20:30 Uhr

06. November 2021

Atelier Auer im Klotznerhof Verdins - 20:00 Uhr

24.November 2021

Kunsthaus Meran - 20.00 Uhr im Rahmen des Festivals SPRACHSPIELE

25.November 2021

Kreis für Kunst und Kultur St. Ulrich EO - 20.00 Uhr

03.Dezember 2021

Dachtheater im Thalguterhaus in Algund - 20.00 Uhr

 

Regie | Alexandra Wilke
Schauspiel | Markus Westphal

Kostüm | Nora Veneri

featuring den flinken Nadeln der Steger-Clan-Oma

 

Ein Mann Ende Dreißig, Kontrabassist, hoch gebildet, schwer betrunken, erzählt aus seinem Leben und das ist lustig! Seine anfänglichen Lobreden auf den Kontrabass werden immer widersprüchlicher und schlagen schließlich ins Gegenteil um: Der Kontrabassist entpuppt sich als verbitterter, einsamer, introvertierter, nur mäßig begabter Künstler, der sein Instrument, seinen Beruf und seine protegierten erfolgreichen Kollegen, aus tiefster Seele verabscheut. Mit reichlich Bier versucht er gegen seinen angeblichen Feuchtigkeitsverlust und Orchesterfrust anzukämpfen. Seine einzigen positiven Gefühle fokussiert er, geradezu manisch, auf die junge Sopranistin Sarah. Sie jedoch bemerkt ihn nicht. Vielleicht könnte sich das heute Abend ändern: Während er sich für den bevorstehenden Auftritt umzieht, fragt er sich, was wohl geschähe, wenn er dieses Mal, unmittelbar vorm Einsatz des Orchesters, ihren Namen laut in den Saal hineinriefe...

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