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PRAXENKNECHT

Der Kontrabass

von Patrick Süskind

Premiere 03.08.2021

 

Regie | Alexandra Wilke
Schauspiel | Markus Westphal

Kostüm | Nora Veneri

featuring den flinken Nadeln der Steger-Clan-Oma

 

Ein Mann Ende Dreißig, Kontrabassist, hoch gebildet, schwer betrunken, erzählt aus seinem Leben und das ist lustig! Seine anfänglichen Lobreden auf den Kontrabass werden immer widersprüchlicher und schlagen schließlich ins Gegenteil um: Der Kontrabassist entpuppt sich als verbitterter, einsamer, introvertierter, nur mäßig begabter Künstler, der sein Instrument, seinen Beruf und seine protegierten erfolgreichen Kollegen, aus tiefster Seele verabscheut. Mit reichlich Bier versucht er gegen seinen angeblichen Feuchtigkeitsverlust und Orchesterfrust anzukämpfen. Seine einzigen positiven Gefühle fokussiert er, geradezu manisch, auf die junge Sopranistin Sarah. Sie jedoch bemerkt ihn nicht. Vielleicht könnte sich das heute Abend ändern: Während er sich für den bevorstehenden Auftritt umzieht, fragt er sich, was wohl geschähe, wenn er dieses Mal, unmittelbar vorm Einsatz des Orchesters, ihren Namen laut in den Saal hineinriefe...

"Ein Kunstgriff besteht auch darin, die Handlung nicht wie im Drama vorgesehen in einem Wohnzimmer spielen zu lassen, sondern im Orchestersaal wo sich in Bezug auf das Bühnenbild stimmige Spielmöglichkeiten auftun. Die konzeptionelle Entscheidung verlagert den Monolog vom intimen Privatraum an den Ort wo Gesellschaft sich abspielt. Das enorm facettenreiche Spiel von Markus Westphal changiert zwischen Melancholie, Sarkasmus, Beschwingtheit bis hin zu Wahnsinn. Durchaus humorvoll werden auf der Klaviatur der Worte, Geisteszustände veranschaulicht, die sich bis zur psychotischen Ekstase hochschaukeln und wieder abebben."

 

Die neue Südtiroler Tageszeitung, Sonja Steger